Arnica montana
Arnika, Bergwohlverleih
Steckbrief von Arnica montana
Beschreibung: Die Pflanze wird 20 bis 60 cm hoch und besitzt einen drüsigen, meist unverzweigten Stängel und ein kurzes, verdicktes Rhizom (= Wurzelstock). Am Stängel sitzen ein bis selten drei gegenständige Blattpaare. Die grundständigen Blätter bilden eine Rosette, sind eiförmig bis lanzettlich und vorwiegend ganzrandig. Die Blütenköpfe sind meist einzeln, dunkelgelb mit einem Durchmesser von 4 bis 8 cm, und die Zungenblüten wirken etwas zerzaust. Die Frucht ist 6 bis 7 mm lang und besitzt ca. 8 mm lange, gelbliche Pappusborsten.
Blütezeit: Juni bis August
Verbreitung: Diese europäische Pflanze ist nordwärts bis Südschweden und Lettland, ostwärts bis Siebenbürgen und in den Balkan und südwärts bis zum Nordapennin, zu den Pyrenäen und nach Nordspanien verbreitet. In der Schweiz findet man sie häufig im ganzen Alpenraum, selten im Südjura und in den Voralpen. In den angrenzenden Vogesen und im Schwarzwald ist die Arnika wiederum eine häufige Wiesenpflanze.
Standort: Die Arnika findet man auf Bergwiesen und Weiden auf mässig sauren und mageren Böden der subalpinen (1'200 bis 2'000 m ü. d. M.) und der anschliessenden unteren alpinen Stufe. Darunter, in der montanen Stufe, ist sie auch auf sauren Moorböden zu finden. Die Arnika ist eine pflanzensoziologische Charakterart der Borstgrasweide, ein Alpweidentyp, der sich auf versauerten, ausgehagerten Böden ohne Düngung durchsetzt. In diesem kurz gewachsenen, gleichförmigen Weideland trägt die Arnika mit andern bunten Blumen zum farbenfrohen Akzent bei.
Besonderheiten: In den Schriften der Antike ist die Arnika noch nicht zu finden. Die ersten Beschreibungen stammen aus dem Mittelalter, die früheste bekannte Abbildung findet man im Kräuterbuch von Matthiolus von 1558. Der Name «Arnika» taucht bei Tabernaemontanus 1625 auf, der bereits die übliche äusserliche Anwendung bei Verletzungen beschreibt. Zur bedeutenden Arzneipflanze wurde die Arnika im 19. Jahrhundert, als die entstehende wissenschaftliche Medizin sie in den essentiellen Arzneischatz aufnahm. Danach verlor sie zwar etwas an Bedeutung, sie zählt aber heute noch zu den angewandten Heilpflanzen in der Schulmedizin.
verwendeter Teil: getrocknete Wurzel, getrocknete Blütenstände oder frische, ganze, blühende Pflanze