Menu

Steckbrief von Cardiospermum halicacabum

Beschreibung: Die einjährige Kletterpflanze besitzt einen Stängel von 0,5 bis 1 Meter Länge, der manchmal bis 2 Meter lang werden kann. Er ist am Grunde nur 2 bis 3 mm dick. Die wechselständigen Blätter sind doppelt dreizählig, kahl oder flaumig behaart. Kleine eingeschlechtliche Blüten mit vier weissen, verkehrt eiförmigen Kronblättern stehen in einer 5 bis 10 cm lang gestielten Trugdolde. Rund 1 cm unterhalb der Blütenstiele bildet die Pflanze paarweise ca. 2 cm lange Ranken aus. Die Frucht ist eine ballonförmig aufgeblasene Kapsel, die drei knapp erbsengrosse Samen mit herzförmig weissem Fleck enthält. Blütezeit: ganzjährig, je nach Standort

Verbreitung: Die ursprüngliche native Verbreitung von Cardiospermum halicacabum ist nicht geklärt. Sicher war sie im tropischen und subtropischen Süd- und Mittelamerika heimisch. Eine weitere native Verbreitung in Nordamerika und im tropischen Afrika wird diskutiert, ist aber fraglich. Heute ist diese Pflanzenart weltweit vorwiegend in tropischen und subtropischen Zonen eingeführt und verbreitet.

Standort: Die Kletterpflanze besiedelt Waldflächen, Waldränder, Flussläufe und offene Graslandschaften. Dank dieser Vielfältigkeit verbreitet sie sich rasch als Unkraut in Pflanzungen wie Soja oder Zuckerrohr. Im östlichen Nordamerika findet man sie zuweilen auf Aufschüttungen in Seehäfen. Ab 1990 findet sich die Art in den Rheinhafenanlagen bei Basel.

Besonderheiten: Cardiospermum wurde als Arznei- und Zierpflanze wegen ihres medizinischen und ornamentalen Wertes weltweit verbreitet und angebaut. In gewissen Gebieten wurde die Pflanze invasiv und führt zu Problemen in der Landwirtschaft. Sie soll beispielsweise in Brasilien für Ernteausfälle bei Soja von bis zu 26 % verantwortlich sein. Die Verbreitungsgeschichte ist alt: Es wird spekuliert, dass bereits James Cook bei seiner zweiten Reise nach Australien um 1770 die Pflanze einführte. Die erste Einfuhr in Südafrika datiert von 1917, und in Nordamerika taucht sie in den 1820er Jahren in einer Pflanzenliste aus Oklahoma auf. Auch in Indien und China ist sie heute weit verbreitet.

verwendeter Pflanzenteil: frische oberirdische Teile zur Blütezeit