Lycopodium
Bärlapp
Steckbrief von Lycopodium
Beschreibung: Die Pflanze wird 5 bis 30 cm hoch und bis 4 m lang. Sie wächst oberirdisch kriechend, bogig aufsteigend und ist reich verzweigt. Die Blätter sind 3 bis 6 mm lang, laufen in eine haarförmige Spitze aus und stehen spiralig, vielreihig und dicht. Die bis zu 6 cm langen, zylindrischen Sporangienähren sitzen zu zweit oder zu dritt auf einem langen, locker beblätterten Stiel. Daran befinden sich kugelig-nierenförmige Sporangien (Sporenbehälter) von hell okergelber Farbe, welche ca. 30 µm grosse Sporen enthalten. Sporenreife: Juli bis September
Verbreitung: Der Keulenbärlapp ist weltweit verbreitet. In grösseren Trocken- und Steppengebieten fehlt er, in den Tropen und Subtropen ist das Vorkommen auf die Gebirge beschränkt. Die Nordgrenze liegt etwa beim 68. Breitengrad. In der Schweiz ist er verbreitet, aber nicht häufig, vom Mittelland bis in die subalpine (bis ca. 2'200 m ü. d. M.) Stufe der Alpen, selten auch im Jura, anzutreffen.
Standort: Die Pflanze gedeiht auf sauren, humosen, kalk- und nährstoffarmen, teilweise trockenen Böden. Ihre Standorte sind lichte, moosige Fichten- und Tannenwälder, Heidelbeergesträuch sowie Magerwiesen und Weiden.
Besonderheiten: Der Keulenbärlapp gehört systematisch zu den Farnpflanzen, die im Wesentlichen in die drei Klassen Bärlappe, Schachtelhalme und eigentliche Farne eingeteilt werden. Die Klasse der Bärlappe entstand vor 350 bis 400 Millionen Jahren und bildete im Karbon (vor 300 bis 350 Millionen Jahren) die heute ausgestorbenen Schuppen- und Siegelbäume. Die heutige Gestalt der Lycopodium-Arten ist etwa seit 300 Millionen Jahren unverändert erhalten. Bärlappe durchlaufen für ihre Fortpflanzung einen so genannten Generationswechsel. Die mit einer mehrschichtigen und netzartigen Aussenwand versehenen Sporen keimen in der Natur erst nach 6 bis 7 Jahren. Mit Hilfe von Pilzfäden, ähnlich der Mycorrhiza, entwickelt sich daraus ein ca. 2 cm grosses Prothallium, das unterirdisch lebt. Nach 12 bis 15 Jahren bilden sich daran weibliche und männliche Geschlechtszellen, die sich befruchten können. Daraus entstehen wieder die bekannten Bärlapp-«Tännchen» mit ihren keulenförmigen Sporangienähren.
verwendeter Teil: getrocknete, reife Sporen